Modul 2
Was steckt hinter ChatGPT, Claude & Co.?
KI-Schulungstag · TOGU
Daniel Leuverink · AllBytes GmbH
„KI" ist ein Überbegriff — klick dich Stufe für Stufe nach innen
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Maschinelles Lernen ←
Deep Learning ←
Generative KI ←
LLM · Bild-KI · Audio-KI
die konkreten Werkzeuge
Stufe 1 / 5
Der Oberbegriff: Maschinen übernehmen Aufgaben, für die man sonst menschliche Intelligenz braucht. Dazu zählt auch ältere KI mit festen Regeln — die lernt nicht, sie folgt Vorgaben.
Stufe 2 / 5
KI, die aus Beispielen lernt, statt fest programmiert zu werden. Sie erkennt Muster in Daten.
Stufe 3 / 5
Maschinelles Lernen mit neuronalen Netzen aus vielen Schichten. Stark bei komplexen Daten wie Bildern, Sprache und Text.
Stufe 4 / 5
Deep-Learning-Modelle, die etwas Neues erzeugen — Text, Bilder, Audio — statt nur einzuordnen.
Stufe 5 / 5
Die konkreten Werkzeuge. Das LLM ist auf Sprache spezialisiert — daneben gibt es Bild- und Audio-KI.
LLM — ChatGPT, Claude (Text)
Bild-KI — Midjourney, DALL·E
Audio-KI — Stimmen, Musik
KI ist der Werkzeugkasten — das LLM ist ein Werkzeug darin.
Dieselben Stufen wie eben — jede kam zu ihrer Zeit dazu.
Der Begriff wird auf der Dartmouth-Konferenz geprägt. Die erste KI folgt festen Regeln — sie lernt noch nicht selbst.
Statt fester Regeln lernt die KI jetzt aus Daten und erkennt Muster. Viele Alltagshelfer entstehen.
Neuronale Netze machen einen Sprung: KI erkennt erstmals zuverlässig, was auf Bildern zu sehen ist.
Eine neue Technik, der „Transformer", macht KI möglich, die selbst Neues erzeugt — Texte und Bilder.
Mit ChatGPT wird KI per Sprache bedienbar — kein Technik-Wissen mehr nötig. Der Durchbruch in der Breite.
KI, die nicht nur antwortet, sondern selbst Aufgaben erledigt. Genau darum geht es heute Nachmittag in Modul 3.
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Drei Schichten: Input → Hidden Layer → Output
Input-Schicht
Das Bild → Zahlen (Pixel)
Hidden Layer
gewichten & kombinieren
Output-Schicht
Input-Schicht: Das Bild wird in viele kleine Zahlen zerlegt — jedes Pixel ein Eingangssignal. Das ist alles, was das Netz „sieht".
Hidden Layer: Hier passiert die eigentliche Arbeit. Die Signale werden gewichtet und kombiniert. Mehrere solcher Schichten hintereinander = „Deep" Learning.
1. Durchlauf: Das untrainierte Netz rät — und liegt daneben: „Hund". Logisch, es hat ja noch nichts gelernt.
Jetzt trainieren wir: Bei jedem Fehler werden die Gewichte im Hidden Layer nachjustiert. Starte den Lauf und schau dem Hidden Layer oben zu.
2. Durchlauf — nach dem Training: Jetzt erkennt das Netz die Katze. Richtig!
Und wie haben wir trainiert? Mit unzähligen beschrifteten Beispielen — und die kommen oft von uns allen.
Die Beispiele kommen oft von uns allen.
„Wählen Sie alle Bilder mit Ampeln aus." Jedes gelöste Google reCAPTCHA, jedes Foto-Tag, jede Korrektur liefert beschriftete Beispiele — wir alle haben mitgeholfen, KI schlau zu machen.
Die KI soll die Formel a + b = c entdecken
Die KI soll die Formel a × 3 + b × 2 = c entdecken
So funktionieren neuronale Netze wirklich: Die Gewichte w1 und w2 passen sich an, bis sie die Zielwerte (3 und 2) entdeckt haben.
LLMs sind Vorhersagemaschinen - sie "raten" das nächste Wort
"Es war einmal..."
Temperatur steuert Kreativität vs. Vorhersagbarkeit
So entsteht ein ganzer Satz:
Prompt: "Erkläre mir KI in einem Satz."
Jeder Token wird einzeln vorhergesagt - basierend auf allen vorherigen Wörtern!
Wahrscheinlichkeiten, keine Fakten
KI "würfelt" basierend auf Trainingsdaten
Temperatur = Kreativität
Niedrig = vorhersagbar, Hoch = kreativ
Token für Token
Jedes Wort beeinflusst das nächste
Die KI lügt nicht — sie erfindet Plausibles. Das Tückische: es klingt perfekt.
Warum erfindet KI Dinge?
Sie rät das nächste Wort — Ziel ist flüssiger Text, nicht Wahrheit.
Sie sagt fast nie „weiß ich nicht" — sie füllt Lücken mit etwas Plausiblem.
Kein echtes Faktengedächtnis; ihr Wissen kann veraltet sein.
Bei dünner Datenlage erfindet sie Details einfach dazu.
Beispiel — Antwort der KI
Das Tückische: Die Antwort ist grammatikalisch perfekt, selbstbewusst und fachlich formuliert — deshalb fällt der Fehler in unserer Sprache gar nicht auf. Genau deshalb: Trust but Verify — wichtige Fakten immer prüfen.
Grenze 2: Aktualität & Wissensstand
Ein Modell wurde bis zu einem bestimmten Zeitpunkt trainiert. Was danach passiert, weiß es nicht von selbst — es sei denn, man gibt ihm die Information mit.
Gut zu wissen: Genau das lässt sich lösen — indem man der KI eure Daten gezielt mitgibt oder anbindet. Mehr dazu in Modul 3 & 4.
Ein LLM ist ein sehr guter Vervollständiger — es berechnet das wahrscheinlich nächste Wort.
Stark bei Sprache & Struktur: Texte, Zusammenfassen, Übersetzen, Ideen.
Grenzen kennen: Halluzinationen & Aktualität — und gegensteuern.
Sicher einsetzbar mit dem richtigen Setup — dafür ist AllBytes da.
Weiter geht's: Modul 3 — KI & Agenten
Aus dem cleveren Assistenten wird einer, der Aufgaben eigenständig erledigt.
Maschinelles Lernen in der Praxis — Schritt für Schritt
Schritt 1
Wir geben dem System tausende E-Mails, die schon beschriftet sind — Spam oder kein Spam. Es bekommt keine Regeln, nur Beispiele.
Spam
tausende Beispiele
Kein Spam
tausende Beispiele
Schritt 2
Das System schaut auf Signale — Wörter, Absender, Links — und gibt jedem ein Gewicht: Wie stark spricht es für Spam?
Schritt 3
Bei jedem Beispiel rät es, vergleicht mit dem richtigen Etikett und dreht bei Fehlern die Gewichte nach. Tausende Male — bis es kaum noch danebenliegt. (Genau wie bei Katze/Hund.)
raten
Fehler
Gewichte nach
Schritt 4
Neue Mail rein → Spam-Wert berechnen → über der Schwelle landet sie im Spam-Ordner. Und klickst du selbst „Spam", lernt es weiter.
Neue E-Mail
Spam-Wahrscheinlichkeit
Kein Mensch schreibt die Regeln — die KI lernt sie aus Beispielen.
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Wie die KI lernt, worauf es im Satz ankommt
Der Pokal passt nicht in den Koffer, weil er zu ist.
Ein einziges Wort — „groß" oder „klein" — entscheidet, worauf sich „er" bezieht. Der Transformer (2017) schaut auf alle Wörter gleichzeitig und „achtet" auf die wichtigen. Das nennt man Attention — die Grundlage aller heutigen Sprachmodelle.
Vom Training übers Rechenzentrum bis zu eurer Anfrage
Hersteller
OpenAI, Anthropic, Google …
🧠 LLM
wird trainiert …
✓ Modell fertig
Server
Rechenzentrum
🧠 LLM
Dein Gerät
Handy / PC
Frage:
„Schreib mir einen Produkttext …"
1. Training: Der Hersteller trainiert das LLM mit riesigen Datenmengen. Das dauert Wochen, kostet Millionen — und passiert nur einmal.
2. Deploy: Das fertige Modell wird auf leistungsstarke Server gestellt (Rechenzentrum). Dort läuft es und wartet auf Anfragen.
3. Anfrage & Antwort: Ihr tippt am Handy oder PC eine Frage. Sie geht zum Server, dort rechnet das LLM die Antwort — und schickt sie zurück. Das Modell läuft nicht auf eurem Gerät.